Zebrastreifen

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Wie erstelle ich ein Colorkey-Bild in Photoshop 7/CS ?
Die richtige Monitorkalibrierung Schritt für Schritt
Schwarz/Weiss-Konvertierung in der digitalen Fotografie

schwarz/weiss-Konvertierung in der digitalen Fotografie

original

Ausgangsbild


Warum gerade schwarz/weiss?
Das Ausgangsbild besteht aus vielen verschiedenen Farben, die teilweise stark hervorstechen.
Die eigentlich angestrebte Bildintention soll die Schärfe der Person im rechten Teil des Fotos in Kontrast zu der Bewegungsunschärfe der vorbeilaufenden Personen, sowie der vorbeifahrenden U-Bahn setzen.
Die Bildinterpretation könnte dahingehend lauten, dass die wartende Person sich abschottet von der Hektik des Großstadtlebens (symbolisiert durch die vorbeilaufenden Personen, sowie der vorbeifahrenden U-Bahn), und damit "Abseits der Bewegung" steht.
Damit solche Interpretationen auch gerechtfertigt erscheinen, muss genau dieser Zusammenhang hergestellt werden. Im farbigem Ausgangsbild wird der Blick des Betrachters eher auf die dominanten Farben des Fotos gelenkt: Der Blauton der U-Bahn, sowie die orangene Kleidung der Dame rechts von unserem eigentlichem Hauptmotiv, oder aber auch die rote Handtasche der Frau links im Bild.
Um den Fokus auf den Kontrast zwischen Bewegung und Stillstand zu setzen könnte bei diesem Foto eine Schwarz/Weiß-Umwandlung von Vorteil sein.

Natürlich ist das nur ein Beispiel für den Gebrauch von schwarz/weiß. Allerdings zeigt sich auch hier der fundamentale Vorteil eines monochromen Bildes:
Der Betrachter wird nicht von starken, hervorstechenden Farben abgelenkt.
Zudem werden Kontraste für den Betrachter besser hervorgehoben.
Daher ist das schwarzweiss-Foto auch bei Architekturfotografen so beliebt: Die Struktur einer Glasfassade oder eines Bauwerks wird dadurch in den Mittelpunkt gerückt.

Die schnellen Methoden:
Im Gegensatz zur analogen Fotografie, in der man schon bevor man anfängt zu knipsen, sich entscheiden muss ob man nun einen schwarzweiss-Film einlegt oder doch einen farbigen, kann in der digitalen Fotografie zunächst alles in Farbe abgefilmt und im nachhinein am Computer umgewandelt werden. Insofern sind die von den meisten Digitalkameras angebotenen Modi zur sofortigen schwarz-weiß Fotografie recht unnötig: Am besten alles in Farbe fotografieren und im nachhinein umwandeln. Das garantiert einen größeren Einfluss auf das Endergebnis und damit auch die Bildintention.
Am Computer selbst kann dann entschieden werden, wie viel Einfluss man nun auf das Foto ausüben will, negativ könnte man auch formulieren: Wie sehr man das eigentliche Foto verfälschen und manipulieren will.
Eine einfache Umwandlung ohne weitere Bearbeitung erreicht man durch:

- "Bild -> Anpassen -> Sättigung verringern"
oder
- "Bild -> Modus -> Graustufen"

In beiden Fällen ist der Kontrastumfang eher flau und das Foto nicht gerade durch starke Gegensätze gekennzeichnet:

Modus Graustufen

Ergebnis durch "Sättigung verringern"


Das liegt vor allem daran, dass die RGB Kanäle (Rot, Grün und Blau) genau gleich gewichtet werden, was dazu führt das im Schwarzweiß-Foto zum Beispiel ein helles Grün nicht zu unterscheiden ist von einem hellen Rot. Beide Farbtöne besitzen im Endergebnis den gleichen Grauwert.
In der analogen Fotografie benutzt man farbige Fotofilter um diesem Problem Abhilfe zu schaffen und mehr Kontrast zwischen den Tonwerten zu erzeugen (die verschiedenen Farben werden dadurch unterschiedlich gewichtet, ein Rotfilter beispielsweise dämpft das dominante blaue Licht des Himmels wodurch der Kontrast zu den weißen Wolken erhöht wird).

Der Kanalmixer:
In der digitalen Fotografie wiederum, lässt sich dieses Verfahren der Filterung nicht nur im Nachhinein simulieren, sondern man hat eine quasi unendliche Anzahl an Filtern die man am Computer ausprobieren kann bzw. simulieren kann. Natürlich wählt man keine digitalen Filter aus, vielmehr benutzt man den Kanalmixer um die unterschiedlichen Anteile, und damit die unterschiedliche Gewichtung der Farben zu regulieren.
Zu finden ist er unter "Bild -> Anpassen -> Kanalmixer".

Kanalmixer in Photoshop

der Kanalmixer (Photoshop)

Hier wird das Kästchen "Monochrom" angekreuzt, womit die RGB-Kanäle jeweils auf einen reduziert werden (zumindest innerhalb des Kanalmixers). Nun kann man mithilfe der drei Regler nach Augenmaß die gewünschte Gewichtung, der ursprünglich aus Rot, Gelb und Blau zusammengesetzten Farbanteile bestimmten.
Meist ist schon hier ein ausreichender Kontrast erreichbar, falls allerdings noch eine generelle Kontrasterhöhung erzwungen werden soll, ist dies entweder durch die "Gradationskurve" oder den "Helligkeit/Kontrast-Regler" machbar.

Beim Endergebnis sieht man deutlich das der größere Kontrast die Bilddynamik erhöht und dadurch die Bewegungen im Bild verstärkt. Auch die stehende Person hebt sich nun deutlich besser von den restlichen Bildelementen ab:

Kanalmixer-Ergebnis

Ergebnis durch die Justierung über den Kanalmixer


Weiterer Weg zum Schwarzweiss-Foto:
Ein alternativer Weg wäre die einzelnen Kanäle rauszukopieren um sie als eigenständige Ebenen einzufügen.
Ebenenfenster in Photoshop

Kanal-Ebenen (Photoshop)

Dafür wählt man unter der Kartei "Kanäle" immer jeweils einen Kanal aus, wählt den Inhalt durch "Auswahl -> alles auswählen" aus und geht auf "Bearbeiten -> kopieren". Nun erstellt man eine neue Ebene und fügt den Inhalt aus der Zwischenablage hinein.
Meist reichen Ebenen aus zwei verschiedenen Kanälen (im Beispiel blau und rot).
Man hat also nun zwei übereinander liegende Ebenen die jeweils das Graustufenbild zweier Kanäle beinhalten.
Um die richtige Mischform aus diesen beiden Graustufenbildern zu erhalten wird die Deckkraft des obenliegenden so angepasst das die Summe beider Bilder dem gewünschtem Endergebnis entspricht. Optional lässt sich durch den Ebenenmodus noch eine weitere Verfremdung erreichen:
im Beispiel unten wurde die Füllmethode "Farbig nachbelichten" ausgewählt, womit eine Art Wischeffekt erzeugt wurde.


Verfremdung durch Ebenenmodi

Verfremdung durch Ebenenmodi und Kanal-Ebenen


Monochrome Färbung:
(z.B. Sepia Tönung)
Das entstandene schwarz/weiß Bild lässt sich natürlich auch noch im nachhinein einheitlich einfärben (es sei denn alle Farbinformationen wurden durch "Bild -> Modus -> Graustufen" verworfen).
Das geschieht entweder wiederum über den Kanalmixer, diesmal allerdings ohne das Kästchen Monochrom zu aktivieren, oder aber über "Bild -> Anpassen -> Fotofilter".
Hier lassen sich verschiedene vordefinierte Filtertypen simulieren, oder man wählt manuell eine Farbe aus der Palette aus und bestimmt durch die Dichte-Skala dessen Intensität.
Noch Fragen?